Eliots am Main 2025 wird gefördert von Aventis Foundation, Adolf Christ Stiftung, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung, Unitel Musikstiftung & arteMusica-Stiftung


03. November 2025 um 19:30h
Kreutzer-Sonate
(Holzhausenschlösschen der Frankfurter Bürgerstiftung)

Leoš Janáček (1854 – 1928): Streichquartett Nr. 1 Kreutzer-Sonate
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827): Streichquintett A-Dur nach der Kreutzer-Sonate, op. 47
Texte von Lew Tolstoi

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Eliot Quartett, Kristin von der Goltz (Violoncello), Birgitta Assheuer (Rezitation)

Im Ersten Streichquartett von Janáček (1923), das den Titel „Kreutzersonate“ trägt, spiegeln kraftvolle Intensität und emotionale Wucht Tolstois Worte wider. Es lässt sich eine faszinierende Entwicklungsgeschichte nachvollziehen: von Tolstois literarischer Vorlage (1890), die von Beethovens Kreutzer-Sonate (1803) inspiriert wurde, bis hin zur Umsetzung in ein eigenständiges musikalisches Kunstwerk. Nach der Pause erklingt Ludwig van Beethovens berühmte Kreutzersonate in einer anonymen Fassung für Streichquintett von 1832. Verstärkt durch Auszüge aus Tolstoi begegnen sich im Programm „Kreutzersonate“ Literatur und Musik auf besonders eindrucksvolle Weise.

Förderer: Aventis Foundation, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung

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06. November 2025 um 19:30h
Sieben letzte Worte
(Holzhausenschlösschen der Frankfurter Bürgerstiftung)

Joseph Haydn (1732 – 1809): Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Gedichte von Rainer Maria Rilke, Paul Celan u.a.

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Eliot Quartett, Birgitta Assheuer (Rezitation)

Joseph Haydns Werk „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ entstand 1786/87 im Auftrag der spanischen Stadt Cádiz für deren feierliche Karfreitagszeremonien. Neben der Orchesterfassung veröffentlichte Haydn 1787 auch eine eigene Bearbeitung für Streichquartett. Als „Andachtsmusik“ ist das Werk unmittelbar mit der Verbindung von Wort und Ton verknüpft: Jeder der sieben langsamen Sätze bezieht sich auf eines der letzten Worte Jesu am Kreuz. Haydn ließ sich für jede Sonate von der jeweiligen lateinischen Formel inspirieren und schuf daraus eindringliche musikalische Meditationen. In unserem Programm werden diese zudem durch thematisch passende Lyrik ergänzt und vertieft.

Förderer: Aventis Foundation, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung

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10. November 2025 um 19:30h
Theresienstadt
(Holzhausenschlösschen der Frankfurter Bürgerstiftung)

Gideon Klein (1919 – 1945): Streichtrio
Viktor Ullmann (1898 – 1944): Streichquartett Nr. 3
Pavel Haas (1899 – 1944): Streichquartett Nr. 2 Von den Affenbergen

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Eliot Quartett, Anton Mikhalevskii (Schlagzeug)

Dass Theresienstadt (Terezín) fast zum Synonym für die „Musik der Shoah“ geworden ist, liegt an dem außergewöhnlich reichen Musikleben in diesem Lager. Im gesamten System der NS-Lager stellte es einen Sonderfall dar. Weil es für Propagandazwecke genutzt werden konnte, duldete die SS nicht nur die kulturellen Aktivitäten der Gefangenen, sondern förderte sie sogar. Mit Viktor Ullmann, Gideon Klein und Pavel Haas präsentieren wir drei Komponisten, die in Theresienstadt inhaftiert waren und später nach Auschwitz deportiert wurden. So eng ihre Biografien in dieser Zeit miteinander verbunden scheinen, so unterschiedlich sind doch ihre musikalischen Sprachen und Ausdrucksformen. Um diese Vielfalt noch deutlicher hörbar zu machen, erklingen neben den Werken, die in Theresienstadt entstanden (das Streichtrio von Klein und das Streichquartett von Ullmann), auch Haas’ außergewöhnliches Streichquartett mit Schlagzeug aus dem Jahr 1925 – ein Werk, das noch in der künstlerischen Freiheit vor der Katastrophe entstand.

Förderer: Adolf Christ Stiftung, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung

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13. November 2025 um 19:30h
Eliots Welten
(Historisches Museum Frankfurt)

Matthew Locke (1621 – 1677): The Tempest, Curtain Tune
Thomas Adès (*1971): The Four Quarters
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827): Streichquartett in a-Moll op. 132

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Eliot Quartett

An diesem Abend der Hommage an T. S. Eliot tauchen wir in die Welt unseres Namensgebers ein, für den Musik eine bedeutende Inspirationsquelle war. Das Programm dreht sich um die Frage „Was ist Zeit“: Vom Barockkomponisten Matthew Locke, der in seinem programmatischen Stück The Tempest: Curtain Tune die ruhige See darstellt, die sich zu einem wilden Sturm entwickelt – dabei greift er vielleicht erstmals in der Musikgeschichte auf die Bezeichnungen „schneller“ und „langsamer“ zurück – bis zu Thomas Adès, der in der Suche nach „jenseits der Zeit“ (The Twenty-Fifth Hour) mit ungewöhnlichen Metren (2/12 oder 25/16) eine physische Vorstellung von Zeit quasi auflöst.

Beethovens Op. 132, vielleicht das wichtigste musikalische Werk für T. S. Eliot, das ihn zu den Four Quartets inspirierte, vollendet den Abend: Besonders der langsame Satz, in dem die Zeit zu stehen scheint, entfaltet eine Reflexion über Vergänglichkeit, Ewigkeit und die subjektive Wahrnehmung von Zeit – Themen, die auch Eliots Werk prägen.

Förderer: Unitel Musikstiftung

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15. November 2025 um 15h
Verklärte Nacht
(Historisches Museum Frankfurt)

Richard Strauss (1864–1949): Sextett für Streicher aus der Oper Capriccio, op. 85
Luigi Boccherini (1745–1805): La musica notturna di Madrid
Arnold Schönberg (1874–1951): Verklärte Nacht, Streichsextett op. 4

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Eliot Quartett, Xunyu Zhou (Viola), Anton Spronk (Violoncello)

Was ist wichtiger: Wort oder Musik? Diese Frage stellt nicht nur das Programm unseres Abschlusskonzerts, sondern auch Richard Strauss in seiner letzten Oper Capriccio – einer „Oper über die Oper“. In eleganten Salongesprächen wird die Frage von allen Seiten beleuchtet. Eingeleitet wird die Oper mit einem prachtvollen Streichsextett – damit beginnen auch wir unser Konzert.

Luigi Boccherinis Quintettino C-Dur op. 30 Nr. 6, La Musica notturna delle strade di Madrid, ist eine klingende Nachtstimmung Madrids. Mit naturalistischer Klangmalerei schuf Boccherini eine seiner originellsten und fantasievollsten Partituren.

Auch Arnold Schönbergs Verklärte Nacht, wohl das bekannteste Werk seiner tonalen Phase, ist programmatisch. In diesem Werk, in dem Schönberg die menschliche Psyche in all ihren Facetten musikalisch erfassen wollte, basiert die Handlung auf Richard Dehmels gleichnamigem Gedicht. Es erzählt von einem frisch verliebten Paar, das nachts durch einen Wald spaziert: Die Frau gesteht ihrem Geliebten, dass sie von einem anderen ein Kind erwartet – der Mann beruhigt sie und verspricht, das Kind als sein eigenes anzunehmen. Musik voller Dramatik und Innigkeit zeichnet diesen Weg von Schuld zu Verklärung nach.

Förderer: Unitel Musikstiftung, arteMusica-Stiftung

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Die Mitwirkenden 2025:

Kristin von der Goltz

Die Cellistin Kristin von der Goltz studierte bei Christoph Henkel in Freiburg und William Pleeth in London, wo sie Mitglied bei New Philharmonia London unter dem damaligen Chefdirigenten Guiseppe Sinopoli war. Seit dieser Zeit beschäftigt sie sich auch intensiv mit dem Barockcello und historischer Aufführungspraxis.

Von 1991 bis 2004 war sie Mitglied im Freiburger Barockorchester, mit dem sie zahlreiche CDs veröffentlichte und weltweite Konzertreisen unternahm.

2006 wurde sie Mitglied der Berliner Barock Solisten, einem Ensemble der Berliner Philharmoniker. Von 2009 bis 2011 war sie Solocellistin des Münchner Kammerorchesters. Kristin von der Goltz ist regelmäßig als künstlerische Leiterin zu Gast beim norwegischen Orchester Barokkanerne Norwegian Barocke.

Von 2002 bis 2009 war sie Lehrbeauftragte für Barockcello an der Hochschule für Musik und Theater München. Von 2004 bis 2009 unterrichtete sie in einer Frühförderklasse begabte Kinder und Jugendliche auf modernem Cello an der Hochschule für kath. Kirchenmusik Regensburg. Die gleichberechtigte Beschäftigung mit dem modernen und dem barocken Cello war ihr immer ein großes Anliegen, sowohl auf der Konzertbühne als auch beim Unterrichten.

Kristin von der Goltz ist heute Professorin für Barockcello an der HfMDK Frankfurt sowie an der Hochschule für Musik und Theater München.

Die Cellistin veröffentlichte beim Label Raumklang vier bestens rezensierte Solo CDs mit Sonaten von Jakob Klein, Capricen von D’all Abaco , Sonaten von Antoine Dard sowie Sonaten von Andrea Caporale und Johann Ernst Galliard.

Birgitta Assheuer

Birgitta Assheuer war schon immer fasziniert von Musik und Wort. Nach dem Staatsexamen in Germanistik und Musik sowie einem Intermezzo als Buchhändlerin ließ sie sich zur Sprecherin beim Hessischen Rundfunk ausbilden. Seit gut 30 Jahren zieht sie ihre lyrischen und musikalischen Kreise als Rezitatorin und Sprecherin. Seit 2018 ist sie auch Lehrbeauftragte für Sprechtraining an der Johannes Gutenberg Universität Mainz.

Anton Mikhalevskii

Anton Mikhalevskii war bis 2022 Solo-Pauker am Bolschoi-Theater in Moskau sowie Pauker und Stimmführer der Schlagzeuggruppe des Russischen Filmorchesters. Außerdem arbeitete er mit dem Studio für Neue Musik des Moskauer Konservatoriums und dem Orchester-Ensemble Persimfans zusammen.

Im Oktober 2022 musste Anton Mikhalevskii gemeinsam mit seiner Familie Russland aufgrund seiner offenen Antikriegshaltung verlassen. In Deutschland arbeitet er mit Ensembles wie dem Brass Ensemble des hr-Sinfonieorchesters zusammen und ist als Gastmusiker in Orchestern in Frankfurt, Heidelberg, Gießen sowie weiteren Städten in Deutschland und der Schweiz tätig.

Xunyu Zhou

Xunyu Zhou (geb. 2007) erhielt von 2017 bis 2024 Viola-Unterricht an der Affiliated Middle School of Shanghai Conservatory of Music bei Professor Nian Liu. Im September 2024 begann sie ihr Bachelor-Studium bei Prof. Tabea Zimmermann an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.

Im September 2020 gewann sie den Großen Preis des 21. italienischen „Montelosa Cavai Award“ Valcecia International Youth Music Competition. Im Jahr 2021 trat sie mit dem Shanghai Opera House Symphony Orchestra in der Shanghai Philharmonic Hall auf. Seit 2022 wurde sie in drei aufeinanderfolgenden Jahren in die Morningside Music Bridge aufgenommen. 2022 gewann sie den Großen Preis des 11. italienischen „Giuseppe Raciti“ International String Competition (C-Gruppe).

Im Jahr 2023 nahm sie an der Kronberg Viola Masterclass in Deutschland teil. Im September 2023 kam sie in die Endrunde und wurde Preisträgerin des 5. Internationalen Oskar-Nedbal-Bratschenwettbewerbs und spielte das Hoffmeister-Bratschenkonzert mit den Pilsner Philharmonikern. Im Jahr 2024 erreichte sie das Halbfinale des Internationalen Primrose-Viola-Wettbewerbs.

Im Jahr 2025 gewann sie den ersten Preis beim internationalen Cecil-Aronowitz-Wettbewerb für Viola. Seit Juli 2025 ist Xunyu Zhou Stipendiatin der arteMusica-Stiftung.
Anton Spronk

Anton Spronk gehört zu den führenden Cellisten seiner Generation. Als Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe gewann er u.a. den Ersten Preis und zwei Sonderpreise beim Internationalen Mazzacurati Cello Wettbewerb in Turin, den Ersten Preis und Publikumspreis beim Wettbewerb der Cello Biennale Amsterdam und er war Semifinalist sowohl beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München als auch beim Internationalen Queen Elisabeth Wettbewerb in Brüssel. Außerdem wurde ihm 2021 der Dutch Classical Talent Award und beim Verbier Festival 2019 der Prix du Rotary verliehen. Als Solist ist Anton Spronk u.a. mit dem Münchener Kammerorchester, dem Radio Filharmonisch Orkest, Niederländischen Kammerorchester, Residentie Orkest Den Haag, Orchestre Royal de Chambre de Wallonie und Orchestra sinfonica nazionale della RAI in Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Jakub Hrůša, Nicholas Milton, Vahan Mardirossian und Péter Eötvös aufgetreten.

Anton Spronk war bereits zu Gast in den großen Konzertsälen Europas, Amerikas und Asiens, u.a. im Concertgebouw Amsterdam, der Carnegie Hall New York, der Tonhalle Zürich, der Berliner Philharmonie, Konzerthaus Dortmund und dem Seoul Arts Center. Als leidenschaftlicher Kammermusiker ist er regelmäßiger Gast bei international renommierten Festivals wie dem International Chamber Music Festival Utrecht, der Cello Biennale Amsterdam, dem Gstaad Festival, dem Grachtenfestival Amsterdam, dem Davos Festival und dem Gonjiam Festival in Südkorea. 2019 war er Teilnehmer der Verbier Festival Academy.

Anton Spronk ist Initiator und künstlerischer Leiter des seit 2016 stattfindenden internationalen Festivals »Eggenfelden klassisch« in Bayern zusammen mit der Geigerin Larissa Cidlinsky.

Der 1994 geborene niederländisch-schweizerische Cellist begann unter Anleitung seines Vaters das Cellospiel. Sein Cello-Studium absolvierte er bei Monique Bartels in Amsterdam und Thomas Grossenbacher in Zürich. Im Master und Konzertexamen studierte er an der Universität der Künste Berlin bei Jens Peter Maintz.

Anton Spronk war Stipendiat der Musikakademie Liechtenstein. Weitere wichtige musikalische Impulse erhielt er von Steven Isserlis, Frans Helmerson, David Geringas, Anner Bijlsma, Wolfgang Emanuel Schmidt, Troels Svane und Wolfgang Boettcher. Schon als Jugendlicher war er vielfacher Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe, wie u.a. des Migros Kulturprozent-Wettbewerbs, der Kiefer Hablitzel Stiftung, des Internationalen Lutosławski Wettbewerbs und des Prinzessin Christina Concours.

Anton Spronk spielt derzeit auf einem J. B. Vuillaume Cello von 1865, das ihm durch die Niederländische Musikinstrumenten Stiftung zur Verfügung gestellt wird. Seit März 2024 ist Anton Spronk Solo-Cellist im hr-Sinfonieorchester Frankfurt am Main.

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Impressionen 2022 – 1. Ausgabe von Eliots am Main:

Presse:

F.A.Z. über das Festival “Eliots am Main”
Frankfurter Neue Presse über das Festival “Eliots am Main”

Programme: